IMPULS.DIGI 02/2025

Das Onlinemagazin

mut. Hamm macht‘s vor.

Mut beweisen

Die DNA eines erfolgreichen Wirtschaftsstandortes

Das Wort hat drei Buchstaben. Es beschreibt eine Haltung, eine Vision, eine Eigenschaft, aber auch eine Risikobereitschaft: Es geht um MUT! Dieses Heft zeigt, wo Menschen in unserer Stadt Mut gezeigt haben, vorangehen, etwas Neues wagen, ins Risiko gehen, neue Wege beschreiten und damit am Ende erfolgreich sind. Gründerinnen und Gründer sind mutig. Sie glauben an ihre Idee und wagen den Schritt in die Selbstständigkeit. So wie die drei Teams aus Hamm, die kürzlich beim Gründungsstipendium greenhouse.ruhr der Dortmunder Wirtschaftsförderungskolleginnen und -kollegen erfolgreich waren. Drei der ersten vier Teams kommen aus Hamm, das freut uns als Mitveranstalter natürlich sehr und es zeigt, dass in Hamm mutige Menschen an sich und ihre Ideen glauben und diese dann auch erfolgreich umsetzen.

Mut zeigt sich auch in vielfacher Hinsicht bei den Unternehmen Heckmann und Schneider. Nicht nur, dass sie den Mut haben, das Heinemann Quartier am ehemaligen Kaufhofstandort zu entwickeln, sie gehen noch einen bedeutenden Schritt weiter und bündeln künftig ihre Kräfte und wollen den Markt rund um Tief- und Hochbau gemeinsam rocken.

Wir brauchen in Hamm mutige Menschen, die ihre Ideen umsetzen, den nächsten unternehme­rischen Schritt wagen und damit die Zukunft mitgestalten. Das ist die DNA eines erfolgreichen Wirtschaftsstandortes.

Als wir uns im vorvergangenen Jahr Gedanken gemacht haben, wie wir Hamm für Außenstehende beschreiben können, sind wir auf den Ansatz „Stadt, Land, Hamm“ gekommen. Städtische und ländliche Strukturen wechseln sich ab. Gewerbebereiche treffen auf Parks und Wasserschlösser. Dieses Spannungsfeld, diese Abwechslung gleich nebenan sind einzigartig. In diesem Jahr haben wir diesen Ansatz weitergesponnen und zeigen nun Menschen, die Gegensätze im Kontext zwischen beruflichen und privaten Tätigkeiten widerspiegeln. Sie sehen das auf unserem Titelfoto. Der Banker, der in der Freizeit Bälle fängt, die städtische Angestellte, die im Nebenberuf ein Pole Dance Studio betreibt, der Veranstaltungsexperte, der Feuerwehrmann ist, der Prokurist als DJ und nicht zuletzt der Krankenpfleger, der erfolgreicher Grill-Influencer ist. Alle zeigen die Vielfalt, die unsere Stadt ausmacht und ergänzen „Stadt, Land, Hamm“ um eine ganz persönliche Note. Danke an alle für den Mut, bei dieser kleinen Kampagne mitzumachen!

Ihr


Pascal Ledune

Das Heinemann Quartier

Die lokalen Bauunternehmen Heckmann Bauland und Wohnraum und Hugo Schneider investieren in eines der größten Innenstadtprojekte der vergangenen Jahre. Auf dem ehemaligen Kaufhof-Gelände soll ein ganz neues, lebendiges Stadtquartier entstehen. Das Heinemann Quartier zeigt: Hamm traut sich was.

Ein Jahr ist es her, dass Simon Schneider und Franz Venker von der Green Roof Projekt GmbH das 7.400 Quadratmeter große Kaufhof-Gelände in der westlichen Innenstadt kauften. Fünf Jahre stand das Gebäude da ­bereits leer. 2026 werden nun die Bagger anrollen. Franz Venker schätzt vorsichtig: frühestens Ende des ersten Quartals. Fünf Monate veranschlagt er für den Rückbau, dann startet der Neubau. Die Fertigstellung ist für frühestens 2029 geplant.

Die Investoren kommen aus Hamm: ­Die Green Roof Projekt GmbH wurde von den Unternehmen Heckmann Bauland und Wohnraum und Hugo Schneider gegründet. Die Geschäftsführer verhandelten zwei Jahre lang mit den Voreigentümern. Dann stimmten sie sich mit der Stadt ab, feilten mit dem Architekturbüro Noweck & Pahmeyer an der Planung. Volker Pahmeyer kennt man in Hamm, zum Beispiel vom Museumsquartier und dem Wassersportzentrum mit R-Café. Diesmal plant er größer.

28.700 Quadratmeter Bruttogrundfläche verteilen sich auf drei Baukörper und eine Hochgarage. Fünf bis sechs Geschosse, geklinkert in Sandstein, orientiert an den Nachbargebäuden. In der Mitte öffnet sich ein Platz nach Süden zur Bahnhofstraße hin. Dort sollen Bäume wachsen, Außengastronomie lädt zum Verweilen ein. Die Hochgarage nimmt 300 bis 400 Fahrzeuge auf und entlastet den innerstädtischen Parkdruck.

Vom Kaufhaus zum Stadtquartier

Was hier entsteht, unterscheidet sich grundlegend vom alten Kaufhof. Mono-Struktur war gestern. „Mixed use“ heißt das Konzept: Büros, Praxen, Gewerbe, Gastronomie, Wohnen. Simon Schneider nennt den Standort in Bahnhofsnähe einen „Rohdiamanten“. Die Gespräche mit Interessenten laufen seit einem Jahr, und sie verlaufen erfolgreich. Besonders Büros und Praxen sind stark nachgefragt.

Baukörper eins mit 6.376 Quadratmetern kann künftig Büros oder Wohnungen aufnehmen, je nach Bedarf. Baukörper zwei bringt auf fünf Geschossen 4.435 Quadratmeter hochwertige Büroflächen mit direktem Zugang zur Garage. Baukörper drei wird lebendig: Unten soll Gastronomie angesiedelt werden, darüber entsteht ein modernes Ärztehaus mit 6.120 Quadratmetern. Die Nachfrage nach Praxisflächen ist groß. 

„Mit dem Heinemann Quartier entsteht ein ­zukunftsweisender Ort für Hamm“, sagt Franz Venker. „Das Quartier verbindet urbane Nutzung, moderne ­Mobilität und hohe ­Aufenthaltsqualität und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung ­unserer Innenstadt.“

Wer sich erinnert: Im Westen der Innenstadt prägten einmal vier Kaufhäuser das Bild. Horten, Kaufhalle, TerVeen, Kaufhof. Und davor Müller-Hamm, das 1951 eröffnete und 1972 zum Kaufhof wurde. Alle schlossen. Der Strukturwandel veränderte die Innenstädte, der Online-Handel eroberte Marktanteile. Die Verkaufsfläche in diesem Bereich schrumpfte in wenigen Jahren von 25.000 Quadratmetern auf ein paar hundert. Zurück blieben Lücken. Und Fragen.

IMPULS Magazin 02/2025: Heinemann Quartier

Mittendrin

Mit dem Heinemann Quartier wird in der westlichen Innenstadt ein neues Zentrum geschaffen, das den Charakter als Dienstleistungs- und Behördenquartier stärkt.

Das Heinrich-von-Kleist-Forum am ehemaligen Horten-Standort setzte den ersten Impuls. Jetzt folgt das Heinemann Quartier. Dass die Unternehmen Heckmann und Hugo Schneider dieses Projekt gemeinsam stemmen, wiegt schwer. Das Investitionsvolumen bewegt sich im höheren zweistelligen Millionenbereich – eines der bedeutendsten Bauprojekte der letzten Jahre in Hamm.

„Das Heinemann Quartier ist ein Beispiel dafür, wie mutige Investitionen neue Perspektiven schaffen können“, sagt Pascal Ledune, Geschäftsführer der Hammer Wirtschaftsagentur IMPULS. „Es zeigt, dass wir an die Zukunft der Innenstadt glauben – und sie aktiv gestalten.“ Die IMPULS begleitete das Projekt von Anfang an. Gemeinsam mit der Stadt präsentierte sie es auf der ImBau, dann auf der Expo Real in München, wo der Grundstückserwerb im September 2024 offiziell bekannt gegeben wurde.

Grün, effizient, durchlässig

Die Architektur folgt einem klaren Konzept. Skelettbauweise schafft flexible Grundrisse mit über drei Metern Deckenhöhe und viel Tageslicht. Später umnutzen? Funktioniert. Die Dächer werden begrünt, auch das Parkhausdach. Photovoltaik liefert Strom, die Begrünung kühlt die Module und steigert die Effizienz. Entsiegelung und Bäume verbessern das Mikroklima. Barrierefreiheit gilt überall.

Das Mobilitätskonzept setzt auf kurze Wege zum Hauptbahnhof. Autoarm konzipiert, aber nicht autofrei. Fahrradstellplätze ergänzen das Angebot, Carsharing erweitert es, E-Ladestationen versorgen Elektrofahrzeuge. Der zentrale Quartiersplatz öffnet sich nach Süden, gestaltet sich durchlässig. Erste Gespräche mit Systemgastronomen laufen bereits. Grün umgibt die Außengastronomie, Aufenthaltsqualität steht im Fokus – kein Durchgangsraum, sondern ein Ort, der zum Bleiben einlädt.

Meilenstein der Stadtentwicklung

Stadtbaurat Andreas Mentz sieht hier „einen weiteren großen Baustein bei der Erneuerung der westlichen Innenstadt durch die Investition zweier heimischer Unternehmen.“ Die Lücke, die der Kaufhof hinterließ, füllt sich. Der städtebauliche Entwurf lasse „eine hohe Aufenthaltsqualität auf dem Platz wie auch in den Gebäuden erkennen.“

Oberbürgermeister Marc Herter spricht von einem wichtigen Meilenstein: „Die Pläne von Heckmann und Hugo Schneider bieten die Chance, durch moderne Architektur sowie veränderte Nutzung neuen Raum für Begegnungen und mehr Lebensqualität zu schaffen.“ Das Heinemann Quartier fügt sich ein in den Rahmenplan 2030 „Zukunft Bahnhofsquartier“ – als Schlüsselbaustein in 1A-Lage.

Zwei Hammer Unternehmen beweisen Mut. Sie investieren vor Ort, bauen an der Zukunft ihrer Stadt, gestalten aktiv mit.

IMPULS Magazin 02/2025: Heinemann Quartier

Aus TerVeen
wird Hotel

Schräg gegenüber, auf dem ehemaligen TerVeen-Grundstück, wird Investor Joachim Jatzkowski aus Soest mit seiner Deck 8 Live & Stay GmbH ein Hotel mit rund 140 Zimmern und Appartements errichten.

IMPULS Magazin 02/2025: Heinemann Quartier

Projektgesellschaft und Investition

Projektgesellschaft: Green Roof GmbH & Co. KG

Träger: Heckmann Bauland und Wohnraum GmbH & Co. KG und Hugo Schneider GmbH

Architektur: Noweck & Pahmeyer

Investition: hoher zweistelliger Millionenbetrag

Gebäude im Überblick

Grundstücksfläche: 7.400 m²

Bruttogrundfläche: ca. 28.700 m²

Gebäude: drei Baukörper + Hochgarage

Nutzung: Büros, Praxen, Gastronomie, Wohnen

www.heinemann-quartier.de


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ArInLas

Gegen Zeitnot im Krankenhaus

Ein Namensschild, das mitschreibt: Zwei Gründer aus Hamm wollen die Krankenhaus-Dokumentation revolutionieren.

„Was mich als Arzt am meisten frustrierte: Dokumentationen. Rund dreißig Prozent der Arbeitszeit habe ich damit verbracht. Ich bin Arzt geworden, um Menschen zu helfen.“ Dr. Marc Heiderhoff spricht aus, was viele in seinem Beruf denken, aber resigniert hinnehmen. Thomas Opfermann kennt das Problem von einer anderen Seite, aus seiner Zeit als Pfleger auf der Intensivstation, wo er vor dem Monitor stand und mit der Hand Einträge abschrieb. Als KI aufkam, war für beide klar: Das ist die Lösung. Nicht irgendwann, sondern jetzt.

Mit ihrem Startup ArInLas entwickelten Thomas Opfermann und Dr. Marc Heiderhoff gemeinsam mit ihrem Team rund um den Programmierer Yannick Amerkamp eine KI-Lösung, welche die Arbeit in Praxen und Kliniken erheblich erleichtern kann. „Wir haben die meiste Zeit darauf verwendet zu recherchieren, was es auf dem Markt gibt“, sagt Heiderhoff. „Wir konnten es kaum glauben, dass es das nicht gibt.“ Also haben sie es selbst gebaut. 2024 gründeten sie in Hamm die ArInLas GmbH – Artificial Intelligence Language Assistant.

Das Ding

Die Innovation wirkt schlicht: ein weißes Kästchen, etwas größer als eine Visitenkarte, leicht genug zum Anstecken per Clip oder Magnet. Solche Kleinigkeiten sind ihnen wichtig: wasserfest, desinfizierbar, durchdacht bis ins Detail. „Natürlich könnte man eine App aufs Handy laden“, sagt Opfermann. „Doch das ist unpraktisch – wer hält das dem Patienten vors Gesicht, mal ganz abgesehen vom Datenschutz.“

Das Gerät erklärt sich von selbst. Zwei Löchlein in der Front für Kamera und Mikro, ein Knopf für Videoaufnahmen, einer für Sprachaufnahmen – mehr nicht. Wird die Aufnahme auf den Computer oder aufs Smartphone überspielt, erscheint sofort eine formatierte Zusammenfassung, die sich nach den Anforderungen des jeweiligen Berichts richtet, für Ärzt:innen oder Pflegekräfte. Natürlich muss das geprüft und unterzeichnet werden. Aber ein Großteil der Arbeit ist zeitnah erledigt.

Was die Innovation ­besonders auszeichnet, ist die unbedingte Bedienungsfreundlichkeit. ­Beide Gründer kommen aus der Praxis, haben selbst erlebt, woran Reform- und Digitalisierungsbemühungen im Klinikalltag scheitern.

 „Echte Innovationen sind lange nicht auf den Krankenhausfluren gelandet“, meint Opfermann. Ihre Entwicklung denkt vom Nutzer aus, nicht von der Technik her. „Wie bekomme ich die KI an den Menschen, das ist die entscheidende Frage“, findet Opfermann. Auch die Hardware haben sie selbst entwickelt. Weil das, was sie brauchten, nicht existierte.

Am 1. Oktober begann ein erster Praxistest im „Reallabor“, in der Barbaraklinik in Hamm, die zu den St. Franziskus-Kliniken gehört. Zunächst standen technische Tests auf dem Programm, wie zum Beispiel Firewall und Software-Kompatibilitäten. Nach drei Tagen folgten die ersten Einsätze auf ausgewählten Stationen.

„Ich bin begeistert“, sagt Maria Slavova, Assistenzärztin auf der Gynäkologie-Station von Chefarzt Tobias Tan Tjhen. Slavova war skeptisch, hat das Gerät erst einmal zu Hause mit Freunden ausprobiert, bevor sie es in der Klinik einsetzte. Jetzt nutzt sie es täglich und spart damit zehn Minuten pro Patient – das summiert sich zu ein, zwei Stunden am Tag. Die Genauigkeit? „Bislang hundert Prozent.“

In einer ersten Feedbackrunde nach einer Woche äußerten sich alle Seiten zufrieden, Pflegekräfte, Ärzte und auch der Vorstand der St. Franziskus-Kliniken. „Das macht uns stolz“, sagt Opfermann. Was die beiden besonders freut, ist die hohe Akzeptanz von allen Seiten, auch von den Patient:innen. „Da hätten wir Vorbehalte erwartet“, gibt Dr. Heiderhoff zu. „War gar nicht so.“ Im Gegenteil. Patienten finden es auch nicht so toll, wenn das Personal keine Zeit für sie hat und ständig im Flur vor den Monitoren steht – am besten noch mit verschränkten Armen, weil sie gerade keinen Zugriff auf die Datei haben. Dass der Test auf Anhieb so gut lief, hat die beiden selbst positiv überrascht.

Die Gründer

Opfermann hat Product- and Assetmanagement studiert, eine Pflegeausbildung absolviert, bringt Kontakte zu IT und Hardware mit. Dr. Heiderhoff arbeitete als Arzt aus Überzeugung, ist Medizininformatiker und MBA. Aus persönlichen Gründen wechselte er in den Bereich der Administration und der Krankenhausleitung. Aktuell leitet er das Institut für Krankenhausinnovationsmanagement, eine Einrichtung der St. Franziskus-Stiftung in Münster. Dort stellte er 2021 auch Opfermann als ersten Mitarbeiter ein. Beide arbeiten dort nach wie vor.

2024 gründeten sie die ArInLas. Nach einer langen Phase der Marktrecherche absolvierten sie die eigentliche Entwicklungsarbeit in nur sechs Monaten. Die KI selbst entwickeln sie nicht, sie nutzen bestehende Systeme, die ausschließlich in Europa sitzen: etwa Corti aus Dänemark, ursprünglich für Rettungskräfte entwickelt. Andere KI-Anbieter haben bereits angefragt, weil sie mit ArInLas zusammenarbeiten wollen. Selbstredend denken die Gründer auch darüber nach, was im Kontext Krankenhaus ethisch vertretbar ist – Datenschutz, Transparenz, europäische Standards spielen hier eine große Rolle.

Gründungsstandort wurde Hamm, weil Opfermann und Yannick Amerkamp hier wohnen, den sie als ersten Mitarbeiter in ihr Startup holten. Dr. Heiderhoff lebt in Wuppertal.

Die Softwareentwicklung bleibt komplett in Hamm, und auch sonst setzt ArInLas möglichst auf lokale oder regionale Lösungen.

Das Marktpotenzial

200 Interessenbekundungen von Krankenhäusern liegen vor. Jetzt suchen Opfermann und Dr. Heiderhoff Beteiligungskapital und Personal. Die Hammer Wirtschaftsagentur IMPULS half bei der Fördermittelbeantragung. Außerdem bezuschusst das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie das Start-up über das Förderprogramm INVEST mit Wagniskapital.

Das Marktpotenzial der Innovation reicht weit über die St. Barbara-Klinik hinaus. Allein in Medizin und Pflege könnten unzählige Kliniken, private Arztpraxen und die ambulante Pflege profitieren. Aber Interesse besteht auch in ganz anderen Bereichen, zum Beispiel in Hochschulen bei der Aufzeichnung von Vorlesungen, bei Unternehmensberatungen oder in der Architektur. „Zahlreiche KI-Entwickler haben bei uns bereits angefragt, ob wir mit ihnen zusammenarbeiten wollen“, verrät Opfermann. Der Return of Invest? „Schwieriger auszurechnen als in anderen Branchen“, räumt Dr. Heiderhoff ein, wegen Personalschlüsseln und der Komplexität des Gesundheitssystems. „Aber wir werden in den nächsten Jahren noch mehr Personal brauchen und die Kräfte schonen, die wir haben.“

Der Praxistest

Maria Slavova gehörte zu den Ersten, die das Gerät im Klinikalltag testeten. Ihr Fazit: ­funktioniert und spart viel Zeit.

Die Hürden

Die Gründer hatten Skepsis der Patient:innen erwartet – davon zeigt sich bislang nichts. Und der Datenschutz? Den sehen die Gründer nicht als Hürde, sondern als unumgängliche Herausforderung. „Wir arrangieren uns mit den notwendigen Firewalls der Krankenhäuser und den bestehenden Sicherheitsanforderungen“, erklärt Dr. Heiderhoff. „Das ist bei Gesundheitsdaten so, völlig zu Recht, und dem stellen wir uns natürlich.“

Nun heißt es Personal finden, Geld einwerben. „Wir müssen jetzt einen Fußabdruck setzen“, sagt Opfermann. „Und der muss groß genug sein. Eher Größe 46 oder größer, um im Bild zu bleiben.“

Opfermann weiß, dass die Innovation kein Selbstläufer ist: „Achtzig Prozent der KI-Gründungen scheitern. Wenn wir zu den zwanzig Prozent gehören, ist das Potenzial immens. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Wir stehen am Anfang einer Entwicklung.“

Opfermann und Dr. Heiderhoff wagen es, die Dinge in die Hand zu nehmen – aus der Praxis heraus, für die Praxis. „KI zum Anfassen” lautet ein Slogan des Startups. In einem Bereich, wo große Not auf großen Nutzen trifft.

Jetzt muss die Lösung nur noch wachsen. 

Jetzt muss die Lösung nur noch wachsen.

Invest Zukunft

Das Förderprogramm der NRW.BANK unterstützt Unternehmen, die in Innovation, Digitalisierung oder Nachhaltigkeit investieren mit zinsvergünstigten Darlehen (2 % unter Marktzins) und Tilgungsnachlässen bis 20 % bei Darlehen bis 10 Mio. Euro. Fragen zur Beantragung ­beantwortet bei der IMPULS:

Doris Ellingen
Tel. 02381 / 9293-402
Ellingen@impuls-hamm.de

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Weihnachtsmarkt 2025

Hamm leuchtet – Weihnachtsmarkt mit Videoshow zu 800 Jahren Stadtgeschichte

Das Stadtmarketing der IMPULS hat es gemeinsam mit seinen Partnern geschafft: Der Hammer Weihnachtsmarkt leuchtet in diesem Jahr noch festlicher als sonst. Dafür wird insbesondere der Brunnen vor der Sparkasse kunstvoll illuminiert. „Wir wollten den Weihnachtsmarkt in diesem Jahr besonders attraktiv gestalten. Dabei spielt Licht natürlich eine besondere Rolle“, erklären Klaus Ernst für das Stadtmarketing und Uwe Röhrig als Vorsitzender des heimischen Schaustellervereins. Ein leuchtender Torbogen heißt die Besucherinnen und Besucher willkommen. Zahlreiche Lichtinstallationen überspannen den Marktplatz. Neu ist auch ein Fotospot für vorweihnachtliche Grüße.

Die Videoshow (Showzeiten: 17.45 Uhr, 18.45 Uhr und 19.45 Uhr) stimmt auf das 800-jährige Stadtjubiläum ein: Ein großes Geschichtsbuch zeigt Kapitel der Vergangenheit, beispielsweise den historischen Bahnhof oder die Verlegung der Ahse, und gibt einen Ausblick auf die Zukunft. „Die Videoshow ist für die Region ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Ohne unsere Sponsoren wäre das alles nicht möglich“, betonen die Organisatoren.

Die Besucher:innen ­dürfen sich auf rund 50 liebevoll gestaltete ­Verkaufsstände und viele gastronomische ­Angebote freuen. 

Selbstverständlich auch wieder dabei: die Weihnachtsbühne mit wechselndem Programm und der Sparkassen-Eiszauber. In der gemütlichen Kreativ-Ecke lädt das Stadtmarketing alle Kinder zum Basteln und Malen ein. Wer sein Bild in den Postkasten an der ­Eisbahn einwirft, nimmt an einer Verlosung von drei Gutscheinen über 50 Euro teil, die in der „Spielkiste“ von René Golz eingelöst werden können.

© Luftbilder von Heinz Blossey

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Immobilienmarkt

Starkes ­Netzwerk auf der Expo Real

Viele Gespräche, gute Stimmung und ein wachsendes Interesse am Wirtschaftsstandort Hamm. Die Expo Real in München war für das Hammer Netzwerk ein Erfolg.

Deutschlands größte Fachmesse für Immobilien und Investitionen zog auch in diesem Jahr über 40.000 Teilnehmer aus 75 Ländern an – und Hamm konnte bei Investoren und Projektentwicklern punkten.

Die Branche ist nach schwierigen Jahren noch immer in Wartestellung. Aber auf der Messe war deutlich zu spüren, dass die Stimmung langsam besser wird. „Dafür konnten wir Hamm sehr gut platzieren“, sagte IMPULS-Geschäftsführer Pascal Ledune in einem Fazit. Gleichzeitig sprach er den mitgereisten Partnern ein herzliches Dankeschön aus: „Hamm fällt auf der Expo auch durch das starke Netzwerk auf.“ Neben Vertretern der Stadt Hamm und der IMPULS nehmen Hammer Unternehmen die Gelegenheit wahr, in München ins Gespräch zu kommen. 


Das bereitet den Boden für Kooperationsprojekte wie das Heinemann Quartier der Bauunternehmen Heckmann und Schneider. „Für uns war die Expo in diesem Jahr etwas ganz Besonderes, weil wir mit dem HeinemannQuartier ein Projekt vorstellen konnten, das ein Meilenstein für Hamm ist“, sagte Simon Schneider. Auf großes Interesse stießen außerdem die Pläne zur Wohnbebauung am neuen Haltepunkt Westtünnen und der aktuelle Büromarktbericht. „Die Stärke des Wirtschaftsstandortes Hamm liegt darin, dass wir ganz viele Dinge gemeinsam tun. Auch deshalb sind solche Projekte wie das HeinemannQuartier möglich!“, betonte IMPULS-Geschäftsführer Pascal Ledune. 

www.wilkommen-in-hamm.de

Büromarktbericht

Der zweite Hammer Büromarktbericht bescheinigt der Stadt eine stabile Marktlage und großes Potenzial. Mit einer Leerstandsquote von nur 1,9 Prozent liegt Hamm deutlich unter dem Durchschnitt der Metropole Ruhr (5,6 Prozent). Besonders in der Innenstadt ergeben sich durch das Heinemann-Quartier neue Möglichkeiten. Aber auch außerhalb der City gibt es Bewegung: Der Neubau für die Autobahn GmbH auf dem Gelände der ehemaligen Galerie Kley (7.850 Quadratmeter Bürofläche) und perspektivisch Entwicklungen entlang des Bahnhaltepunkts Westtünnen zeigen die Dynamik des Marktes. Pluspunkte für Hamm: die zentrale Verkehrslage, die positive Entwicklung bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten und Zukunftsprojekte wie das Wasserstoffzentrum oder der Rangierbahnhof. Der Büromarktbericht kann als Broschüre bei der IMPULS bestellt oder gleich hier heruntergeladen werden.

Stadt, Land, Hamm verbindet

Im Vorfeld der ExpoReal bereitete IMPULS die Kampagne „Stadt, Land, Hamm verbindet – Tradition trifft Innovation“ vor. Die Motive haben auch das Titelbild dieses Heftes inspiriert. Die Idee dahinter: Die Vielfalt Hamms zeigen – an Menschen, die ganz unterschiedliche Dinge einbringen und unterschiedliche Gesichter haben. Im Job, privat, im Ehrenamt. Denn in Hamm hat alles seinen Platz: Tradition und Innovation, Vergangenheit und Zukunft.

Acht Hammer Persönlichkeiten wurden dafür in unterschiedlichen Rollen im Bild festgehalten: Dr. Nico Rose, Business Speaker, Wirtschaftspsychologe und Metalhead; Jessica Schulze, Geschäftsführerin Zentralhallen GmbH und Karnevalistin; Julian Hammerl, stellv. Geschäftsstellenleiter der Sparkassenfiliale Hamm-Rhynern und Torwart Westfalia Rhynern; David Schibilla, IMPULS-Mitarbeiter und Freiwilliger Feuerwehrmann; Matthias Scheinhütte, Prokurist Canina Pharma und DJ M; Jessica Kerkmann, IT-Spezialistin bei der Stadt Hamm und Mit-Inhaberin von waves pole & fit; Dietmar Voß, Planer bei der ISW und Schützenbruder; Oliver Jusczyk, Krankenpfleger und Grill-Influencer. Die Motive sind als Postkarten erschienen und auf der Website im Video zu sehen.

www.willkommen-in-hamm.de

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Buchtipps 02/2025

Sinn: Über Leben in Krisen. Dein Workbook für seelische Resilienz.
Von Christina Comnick und ­Sebastian Mauritz. Vandenhoeck & Ruprecht 2025, 29 €  

Mut schön und gut. Aber was, wenn einen der Mut verlässt? Genau darum geht es in diesem Workbook: Wie bauen wir seelische Resilienz auf, die uns in Krisen trägt? Christina Comnick und Sebastian Mauritz konzentrieren sich dabei auf den Faktor Sinn. In schwierigen Zeiten stellt sich oft die Frage nach dem „Warum“. Die Autorin und der Autor ermutigen, dieser Frage Raum zu geben, – um dann zu einem starken „Wofür“ zu kommen. Das „Warum“ blickt zurück und sucht Verstehbarkeit. Das „Wofür“ richtet den Blick nach vorn und öffnet neue Perspektiven. Mit Hintergrundwissen aus Coaching und Forschung, konkreten Denk- und Handlungsimpulsen begleitet das Buch einfühlsam durch Sinnfragen. Für den persönlichen wie beruflichen Kontext. Und mit der Erkenntnis: Sinn muss nicht immer groß und schwer sein. Es darf auch leicht gehen. -upf

Executive Presence – mehr als der erste Eindruck. Von Christian Maaß. Haufe 2025, 29,99 €

Wie macht man das: Mutig voranschreiten und dabei Wirkung erzielen? Darum geht es in „Executive Presence“. Und nein, es geht nicht nur um passende Kleidung und aufrechte Haltung. Christian Maaß, Managing ­Director bei Thomann und mit jahrelanger Führungserfahrung in Konzernen wie Bertelsmann und OTTO, zeigt, wie Führungskräfte durch Präsenz Vertrauen schaffen und als natürliche Autorität wahrgenommen werden. Vier Säulen stehen im Fokus: Auftreten, Kommunikation, Wirkung sowie Feedback und Selbstreflexion. Anhand von Fallbeispielen – etwa zu Steve Jobs oder Steve Ballmer – und zahlreichen Selbstchecks vermittelt das Buch konkrete Werkzeuge für souveränes Agieren. Ob im Meeting, beim Pitch oder in der Krise. Ein fundierter Mix aus Psychologie, Kommunikationstheorie und praktischen Tools – für alle, die nicht nur führen, sondern auch überzeugen wollen. -upf

Arbeitsverträge: Das Set. Von ­Alexander Bredereck. Stiftung ­Warentest 2025, 19,90 €

Dieses Set kann im Unternehmensalltag richtig viel Zeit und Geld sparen helfen. Wer Personal einstellt, braucht mehr als nur den Standard-Arbeitsvertrag. Was ist mit der Dienstwagenüberlassung? Wie regelt man Fortbildungskosten oder Nebentätigkeiten? Fachanwalt Alexander Bredereck hat hier ein praktisches Set zusammengestellt, das solche Fragen klärt – kompakt, verständlich und rechtssicher. Die Formulare zum Heraustrennen, Kopieren oder Downloaden decken alles ab: Vollzeit, Teilzeit, Minijob und Praktikum, befristet oder unbefristet, Homeoffice-Vereinbarung, das obligatorische Nachweisschreiben. Besonders hilfreich für Betriebe ohne eigene Personalabteilung. -upf

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IMPULS.HAMM – Das Wirtschaftsmagazin

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