Veröffentlicht am: 2. September 2025

Impuls Hamm > Aktuelles > Circularity Scouts – Azubi-Projekte für mehr Zirkularität in der regionalen Wirtschaft

Die Circularity Scouts bieten Auszubildenden eine kostenlose Zusatzqualifikation im Zukunftsfeld Circular Economy. Ziel ist es, jungen Nachwuchskräften frühzeitig Kompetenzen zu vermitteln, die für die nachhaltige Transformation der Wirtschaft entscheidend sind – praxisnah, interdisziplinär und betrieblich verankert.

Das Konzept der Zirkularität
Die Circular Economy (CE) geht über Recycling hinaus: Sie gestaltet Material- und Energiekreisläufe so, dass Ressourcenverbrauch, Emissionen und Umweltbelastungen verringert werden. Ihre Prinzipien Reduce, Reuse, Recycle und Recover bilden die Basis für langlebige Produkte, Reparatur, Wiederaufbereitung und hochwertige Verwertung.
Angesichts knapper Rohstoffe und geopolitischer Abhängigkeiten wird CE zur strategischen Notwendigkeit. Sie verlängert Produktnutzungsdauern, führt Materialien zurück in Kreisläufe und verbindet Innovation, ökologische Verantwortung und soziale Aspekte, um Wachstum vom Ressourcenverbrauch zu entkoppeln – ein Beitrag zu den UN-Nachhaltigkeitszielen.

Bezug zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS)
Das Projekt Circularity Scouts unterstützt die NKWS, die eine ressourcenbewusste Gesellschaft und zirkuläre Wirtschaft fördern will. Handlungsfelder sind: Kreislaufführung stärken, zirkuläres Design fördern, Kompetenzen junger Menschen entwickeln sowie Ressourceneffizienz mit Klimaschutz verknüpfen.
Zudem trägt das Projekt zur Vernetzung regionaler Akteure bei und stärkt den Mittelstand als Innovationsmotor.

Teilnehmerkreis
Das Programm richtet sich primär an Auszubildende aus der Industrie und dem verarbeitenden sowie produzierenden Gewerbe im Kammerbezirk der IHK zu Dortmund. Die Teilnahme steht jedoch allen Berufen offen und fördert interdisziplinäres Denken.
Pro Unternehmen sollten möglichst zwei bis vier Auszubildende gemeinsam als Team teilnehmen. Durch diesen Austausch über Berufs- und Branchengrenzen hinweg erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, andere Betriebe kennenzulernen und gemeinsam an Lösungen für reale Herausforderungen zu arbeiten.

Projektmodule
An insgesamt fünf Workshop-Tagen, verteilt über ein halbes Jahr, erlernen die Circularity Scouts grundlegendes Wissen rund um Ressourceneffizienz, zirkuläres Wirtschaften und Klimaschutz. Die Schulungstage sind praxisnah gestaltet und vermitteln sowohl Fachwissen als auch methodische Kompetenzen.

Die Module im Überblick:

  • Einführung in Circular Economy & Ressourceneffizienz: Grundlagen, Abgrenzung zur klassischen Kreislaufwirtschaft, Relevanz für Klima und Nachhaltigkeit
  • Betriebliche Schwachstellen erkennen: Typische Beispiele aus Produktionsprozessen, Verpackungen, Design und Digitalisierung
  • Projektmanagement & Planung: Zieldefinition, Zeitmanagement, Budgetplanung, Teamorganisation
  • Kommunikation & Positionierung im Unternehmen: Umgang mit Kolleg:innen, Führungskräften und Multiplikator:innen
  • Ökodesign, recyclingfähige Materialien & Digitalisierung: Herausforderungen und Chancen für Unternehmen
  • Datenerhebung & CO₂-Bilanzierung: Einführung in ecocockpit zur Bewertung von Umweltwirkungen
  • Projektpräsentation: Tipps und Werkzeuge zur überzeugenden Darstellung eigener Ideen

Projektarbeit

Zentrales Element der Circularity Scouts ist die eigenständige Projektarbeit im Betrieb. Die Auszubildenden entwickeln dabei ein eigenes Projekt zur Verbesserung der Ressourceneffizienz im Rahmen zirkulärer Wertschöpfungsketten. Das Thema ist frei wählbar – von optimierten Materialflüssen über Verpackungslösungen bis hin zu digitalen Tools für mehr Nachhaltigkeit.

Ziel ist es, reale Schwachstellen zu identifizieren und konkrete Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten. Idealerweise werden die Auswirkungen der Maßnahme quantifiziert – z. B. CO₂-Einsparung, Kosten- oder Materialreduktion.

Am Ende des Programms präsentieren die Teams ihre Projekte im Rahmen einer feierlichen Abschlussveranstaltung. Bei der „Circularity Challenge“ werden die besten Ideen ausgezeichnet.

Mehrwert für Unternehmen und Auszubildende

Die Teilnahme am Programm „Circularity Scouts“ bietet sowohl den Auszubildenden als auch den beteiligten Unternehmen einen klaren Mehrwert – fachlich, methodisch und strategisch.

Für die Auszubildenden stellt das Projekt eine wertvolle Zusatzqualifikation dar: Sie erhalten fundiertes Wissen im Bereich Circular Economy, erwerben praxisorientierte Projektmanagement-Kompetenzen und lernen, sich im betrieblichen Kontext sicher zu positionieren – auch im Austausch mit Fach- und Führungskräften. Durch das interdisziplinäre und teamorientierte Arbeiten stärken sie zusätzlich ihre sozialen und kommunikativen Fähigkeiten.

Darüber hinaus motiviert das Projekt dazu, unternehmerische Verantwortung früh zu übernehmen und nachhaltiges Denken in konkrete betriebliche Maßnahmen zu übersetzen. Dies fördert nicht nur die Eigenverantwortung und Kreativität, sondern auch das Verständnis für Zusammenhänge zwischen Ressourcenverbrauch, Produktgestaltung und Klimaschutz.

Für die Unternehmen bietet das Projekt eine doppelte Chance: Einerseits können durch die entwickelten Projektideen Material-, Energie- und Entsorgungskosten eingespart werden – gleichzeitig entstehen Impulse für eine zukunftsorientierte, nachhaltige Unternehmensentwicklung. Circularity Scouts können betriebsintern zu wichtigen Multiplikator:innen werden, die Transformationsprozesse von innen heraus mitgestalten. Darüber hinaus profitieren die Unternehmen von einer gesteigerten Arbeitgeberattraktivität, da sie zeigen, dass sie Nachhaltigkeit aktiv fördern und in der Ausbildung verankern.

Die Circular Economy ist kein Zukunftstrend, sondern ein Zukunftspfad. Die Circularity Scouts leisten bereits heute einen aktiven Beitrag dazu – und eröffnen neue Perspektiven für die industrielle Ausbildung und Wertschöpfung im Sinne ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit.

Projektrunde 2026

Die Projektrunde 2026 wird voraussichtlich im Zeitraum von März 2026 bis Oktober 2026 durchgeführt.

Anmeldung zur Projektrunde 2026 unter idrw@impuls-hamm.de

Ansprechpartnerinnen

Anja Schlaak (02381 9293-207 / schlaak@impuls-hamm.de) & Franziska Rumph (02381 9293-218 / Rumph@impuls-hamm.de)